Sellerie, Piccata vom Schweinerücken, Claudios Sugo und der Rheinfall

Zurück aus dem Kurzurlaub, galt es diesen zumindest kulinarisch zu verlängern. Das machten wir erst einmal mit einem Selleriesüppchen mit Oliven-Limonenöl. Denn beim Nachurlaubseinkauf sprangen mir die Selleriebunde quasi ins Auge. Fünf Knollenselerie, jeder so groß, wie die Faust von Tamme Hanken, und mit sattem Grün nahm das Bund fast den halben Einkaufswagen in Beschlag. Für knapp unter zwei Euro! Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ich daraus mache, aber die mussten einfach mit.

Selleriesüppchen mit Oliven-Limonenöl

Zum Herbst passt eine Selleriesuppe hervorragend, zudem macht sie nicht viel Arbeit. Zwei Sellerie vom Grün befreit und geschält, dann in zentimeterdicke Würfel schneiden und in Olivenöl andünsten. Mit einem Glas Prosecco (1dl) und hausgemachter Rinderbrühe (1 Liter, in meinem Fall vom Heckrind) ablöschen, und 250 ml Sahne dazugeben. Geht natürlich auch mit Gemüsebrühe. Das Ganze dann köcheln lassen, bis der Sellerie weich ist, mit dem Stabmixer pürieren und mit Meersalz abschmecken. Exotische Gewürze braucht es nicht, auch keinen Pfeffer. Von dem Selleriegrün ein paar Blätter in feine Streifen geschnitten und oben drüber gegeben, dann mit dem Oliven-Limonenöl beträufelt ist das eine feine Vorspeise. Wer mag, lässt das knackige Selleriegrün weg, und gibt feine Streifen vom Räucherlachs darüber, vielleicht mit einem Klecks Kaviar?

Selleriesuppe mit Oliven-Limonenöl

Piccata vom Schweinerücken mit Spaghetti in Claudios Sugo

Wie komme ich nun zu Claudios Sugo? Nein, nicht selbst nachgekocht, sondern das Original vom Anonymen Koch persönlich? Das war eigentlich ganz leicht und sehr angenehm. Unser Urlaub fand in der Schweiz am Bodensee statt, und ich lud Claudio mitsamt Familie einfach ein. Die Ferienwohnung war groß genug, so konnten wir alle dort kochen, essen, trinken und quatschen. Da ich vorgeschlagen hatte, doch zusammen etwas zu kochen, brachte Claudio dann diverse Dinge mit, unter anderem einen wunderbar fruchtigen Sugo aus vollreifen, französischen Tomaten, die ein lieber Mensch ihm geschenkt hatte. Wir haben gerne davon profitiert, weiß ich doch, dass Claudio einer der wenigen ist, die ein gutes Sugo kochen können.

Der Rheinfall von oben, mit Blick auf Schlössli Worth

Rheinfallinformationen

Vorab besuchten wir allerdings noch den Rheinfall von Schaffhausen, was kein Reinfall, sondern ein toller Tag gewesen ist. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir uns die Füße wund, und trafen auch auf so manche Merkwürdigkeit. Unter anderem auch auf einen Flügelnussbaum. Nicht eine Nuss lag darunter, was ja logisch ist, die sind alle weggeflogen.

Flügelnussbaum ohne Nüsse

Auch die exotische Fußbekleidung entlockte uns ein Schmunzeln.

Fußschuhe wie Handschuhe

Man kann auf dem Rhein per Schiff bis an den Rheinfall heranfahren, was die del Principes und ich auch wahrnahmen, meine Frau konnte nicht, die musste Eis essen. Sie meinte, das bekäme ihr besser, als eine Schifffahrt.

Claudio & Mike auf dem Rhein

Bild: Delio del Principe

Nun aber wieder zum Essen: Glücklicherweise hält so ein gut gemachter Sugo mehrere Tage im Kühlschrank, denn es war noch etwas über, was uns großzügig überlassen wurde. Das fand dann Verwendung bei unserem Piccata mit Spaghetti.

Für das Piccata eine Scheibe vom Schweinerücken (originaler wäre Kalbfleisch) von ca. 160 g ein wenig plattieren, mit Salz und Pfeffer würzen, in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen, anschließend in verquirltem Ei baden. Vorher muss natürlich Parmesan oder Grana Padano frisch gerieben werden, darin wird der platte, einasse Rücken jetzt gewälzt, sodass überall Käse haften bleibt. In einer beschichteten Pfanne in Olivenöl knusprig ausbacken, auf Küchenkrepp etwas abtrocknen lassen. Die bissfest gekochten Spaghetti in den Sugo geben, und gut vermengen (Mantecare sagt der Italiener). Nun auf Tellern anrichten, das Piccata und etwas frischen Basilikum dazu. Ist alles relativ schnell gemacht, verspricht höchsten Genuss und macht glücklich.

Piccata vom Schweinerücken

  • http://www.anonymekoeche.net Claudio

    Hach, das Urläubchen war natürlich so was von viel zu kurz. Wir hätten noch so viel Wasser in den Rhein zu schütten gehabt (und Amarone in unsere Kehlen!). Schee wars! Freu mich schon auf unser nächstes Kombüsen-Kolloquium.