Vogerlsalat mit Schafskäse und Himbeervincotto

Klingt erst einmal banal, lebt aber durch die verwendeten Zutaten. Vogerlsalat, auch Feldsalat genannt, hat jetzt Saison. Ebenfalls Saison haben die Gänse, und da fällt auch schon mal der eine oder andere Liter Gänseschmalz an. Und das brauchte ich, um darin Vollkorntoastwürfel bei moderater Hitze in krachend-würzige Croutons zu verwandeln, die über den Salat kamen.

Der französische Schafskäse, ein Weichkäse, stammt aus der Käsetheke von Perfetto in Göttingen. Mild-würzig zergeht er auf der Zunge. Wer in der Gegend wohnt, dem sei die Käsetheke sehr empfohlen, gar nicht so sehr wegen der Auswahl, die ist einigermaßen gut, Highlight ist die Käsefachverkäuferin fortgeschrittenen Alters, die absolut kompetent und superfreundlich bedient. Zum Probieren gab es dann auch den einen oder anderen Käse, und hinterher gingen wir mit mehr Käse nach Hause als geplant.

Der Salat lebt von dem Dressing, denn der Eigengeschmack von Feldsalat ist weit jenseits von würzig. Es passen da auch süße und würzige Elemente zusammen, und so ist das Dressing ein eher süßes, der Käse und die Croutons würzig. Das Dressing besteht aus:

Das Dressing mit dem Schneebesen zu einer Emulsion rühren und den Feldsalat darin anmachen. Schafskäse auf einen Teller setzen, mit etwas Himbeervincotto würzen, Feldsalat daneben anrichten und mit den Croutons bestreuen. Eine schöne winterliche Vorspeise, der auch durchaus ein deftiges Gericht wie Gans oder Ente folgen könnte. Bei uns war es die Gans aus dem letzten Post.

Vogerlsalat mit Schafskäse und Himbeervincotto

*Vincotto nennt man eingekochten Traubenmost, der nicht zu Essig werden soll, sondern durch sein Aroma ohne Säure Gerichten einen süßen Touch verleiht. Beim Himbeervincotto kommen – wie der Name vermuten lässt – Himbeeren in den Most. Vincotto reift ca. vier Jahre in Eichenfässern und bekommt dadurch sein unvergleichliches Aroma.

  • http://wildespoulet.blogspot.com Wilde Henne

    An Gänseschmalz komme ich schon mal nicht ran – gibt es hierzulande nicht. Gänse kann man seit einem Jahr tiefgefroren im Supermarkt kaufen (weil jetzt viele Deutsche in der Schweiz leben), frisch geschlachtet vom Hof kriegt man keine. Weil hier niemand Gänse züchtet. Aber wenn unsere deutschen Mitbürger ein bisschen Druck machen, gibt es in ein paar Jahren vielleicht auch mal eine frische Gans um die Weihnachtszeit zu kaufen.
    Anyway – die Croutons müsste ich also in Olivenöl rösten – was ja sicher auch ganz in Deinem Sinne sein dürfte ;-)

  • http://olivenoelblog.com Mike

    Kein Gänseschmalz in der Schweiz? Oh Schreck. Keine Gänse ist noch schlimmer. Zur Not tut es aber auch eine aus der Tiefkühltruhe. Da fällt genug Schmalz an. Und man muss sie ja nicht im ganzen braten, sondern konfiert sie einfach. Natürlich in Olivenöl. Die hält dann im Fett einige Monate. Zumindest kommt man gut durch den Winter ;-)
    Croutons mache ich in der Regel immer in Olivenöl, die Schmalzcroutons waren eine Ausnahme – das Schmalz will ja auch verwertet werden.
    Liebe Grüße in die ganslose Schweiz

    Mike