Dieser Frage ging foodwatch nach. Die in der Werbung von Bertolli behauptete „Leidenschaft für gutes Essen“ hat es laut foodwatch nicht bis in das Glas des Pestoherstellers geschaft. Und noch einiges mehr hat es nicht, zumindest aber zuwenig, ins Glas geschafft. Eine ausreichende Menge Olivenöl zum Beispiel. Denn nur 2 – 2,5% Olivenöl fanden sich in dem Produkt. Nun muss man wissen, dass ein Pesto aus sechs Grundprodukten besteht: Olivenöl Extra Nativ, Parmesan, Pinienkernen und Basilikum, Knoblauch und Salz. Weiters sollte man wissen, dass Bertolli seine Olivenölsparte an die Spanier verkauft hat (Bertolli gehört übrigens zum niederländischen Unilever-Konzern und italienisch ist allein der Name), und somit vielleicht gar keinen Zugriff mehr auf ausreichend Olivenöl hat. Dafür gibt’s aber reichlich Kartoffeln in Holland. So finden sich denn in Bertollis Pampe Pesto auch Kartoffelflocken. Mit Käse wird auch heftigst gespart, als Ersatz gibt es dann Aroma und Säurungsmittel. Auch die Pinienkerne haben es schwer, sich bei Bertolli zu behaupten. Eine kleine Alibimenge wird dann mit den deutlich preiswerteren Cashewnüssen aufgefüllt. Statt ausschließlich Olivenöl zu nutzen werden „Pflanzenöle“ verwendet. Laut foodwatch eine Verbrauchertäuschung, die nichts mit dem Originalprodukt zu tun hat.
Die Stern-Autorin Sylvie-Sophie Schindler greift das Thema auf, und hat einen sehr schönen Bericht dazu geschrieben, in dem auch Barilla am Ende „sein Fett weg bekommt“. Nun bleibt zu hoffen, dass das viele Menschen lesen werden. Um die blumige Sprache der jeweiligen Pressesprecher, kümmere ich mich mal an anderer Stelle.
Archiv des Autors: Mike
Viagra adé – Knoblauch juché!
Mögen Sie Knoblauch? Nein? Sollten Sie aber, denn die kleine Knolle hat viel zu bieten: Der Knoblauch hat durch den Wirkstoff Allicin, der sich durch Einwirkung eines Fermentes aus Alliin bildet, antibiotische Eigenschaften. Ebenfalls sind im Knoblauch Vitamin A, B1 und Vitamin C enthalten, so wie Nicotinsäureamid. Außerdem Cholin, Rhodanwasserstoffsäure und Jod. Zudem finden sich im Knoblauch Hormone, die ähnlich wie weibliche und männliche Sexualhormone wirken, was uns wieder auf die Überschrift bringt.
Schon im Altertum galt Knoblauch als wirksames Aphrodisiakum. Nun, wirksam wohl nur, wenn beide Parteien ihn aßen. Denn an den Knoblauchgeruch sollte man gewöhnt sein. Ich bin jedenfalls ein Knoblauch-Freak! Ich liebe das Zeug! Am liebsten roh, gehackt, und die schönen Zehen, die noch so lila schimmern. Und am allerliebsten natürlich ganz frisch. Da kann ich nicht widerstehen.
Hier also ein Rezept für Knoblauch-Fans:
Focaccia mit Knoblauch, Tomaten und Mozzarella. Vegetarisches Fastfood, je nach Verzehrmenge Vorspeise oder Hauptgericht.
Zutaten:
Focaccia (ausnahmsweise einmal fertig gekauft)
sonnengereifte Tomaten
1 Knolle Knoblauch, geschält, gehackt und in Olivenöl eingelegt
Mozzarella di Buffalo
Olivenöl Extra Nativ
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Meersalz
Geschnittene, glatte Petersilie

Das war’s. Mehr nicht. Zubereitet ist sie relativ schnell: Focaccia wie ein Brötchen halbieren. Die Unterseite mit dem Knoblauch in Olivenöl bestreichen. Alles! Darauf kommen die in Scheiben geschnittenen Tomaten, mit Salz und Pfeffer würzen, Petersilie darauf streuen und anschließend den ebenfalls in Scheiben geschnittenen Mozzarella auf den Tomaten verteilen. Den Deckel des Focaccias vom unten mit Olivenöl beträufeln und auf den Käse legen. Das Ganze in den vorgeheizten Backofen (180°C) geben und bis zur gewünschten Bräune backen.
Wenn Sie dann den Ofen öffnen, strömt Ihnen ein wundervoller Duft entgegen, der Sie gedanklich in die nächste Trattoria versetzen wird. Haben Sie den ersten Bissen im Mund und genüsslich gekaut, steht zu hoffen, dass McDoof und Co. ernsthafte Umsatzeinbußen zu befürchten haben, zudem auch Ihre Kinder das mögen werden. Da bin ich mal überzeugt.
Was Sie mit dem Rest des Tages/Abends anfangen, das geht mich nichts an. Knoblauch hatten Sie dann jedenfalls genug.
Fleur de Sel von Alisseos mit Rote Beete aus dem Garten

Das Fleur de Sel von Alisseos stammt von der Küste der Mani, dem mittleren Finger des Peleponnes, aus dem Ort Trachila. Es handelt sich um einen industriefreien, fast unbesiedelten Landstrich, der landeinwärts von dem mit 2.400 m höchsten Berg des Taygetosgebirges, dem Profitis Elias begrenzt wird, und zur Meerseite seinen mit über 5.000 Metern den tiefsten Graben des Mittelmeers besitzt. Seit Jahrhunderten wird dort Salz geerntet – früher ausschließlich von Frauen, die dieses Handwerk und die den verschiedensten Familien zugehörigen Salzbecken an die Töchter weitervererbt haben. Kostas, der seit 30 Jahren das Salz an der unbewohnten Küste sammelt, die „Salzblume“ abschöpft, die von Wind und Sonne getrocknet wurde, aber immer noch genug Restfeuchte und damit auch sehr viele Aromen enthält, hat die Tradition von seiner Frau übernommen – einer der letzten, die diesem traditionellen Handwerk frönen. Es ist eine harte Arbeit, die Kostas – immer noch mit tatkräftiger Hilfe seiner Frau – täglich im Sommer verrichtet. Ende Mai, wenn sich der heiße Sommer in die Mani schleicht, die Regengüsse ein Ende finden, rücken die beiden aus, säubern die Steinbecken und füllen sie mit Meerwasser auf. Diese kleinen, nur etwa 15 cm tiefen Steinbecken, die oft natürlich dort vorkommen sind nach mündlichen Überlieferungen seit Jahrhunderten unter den Salzsammler-Familien aufgeteilt und den Nachfahren – so vorhanden – vererbt. Ganz ohne Besitzurkunde, Zaun, ja noch nicht einmal mit besitzanzeigenden Fürwörtern. Völlig undenkbar in Deutschland.

Zehn Tage dauert es etwa, bis sich die ersten Salzkrusten bilden, immer voraus gesetzt, dass es nicht regnet. Dann haben Kostas und seine Frau Pech gehabt, und müssen von vorne anfangen. Diese Salzkrusten werden von Hand mit einem eher kleinen Löffel abgeschöpft, mit nach Hause genommen und getrocknet. Nach zwei bis drei Tagen kehrt Kostas zu den gleichen Becken zurück, und erntet die „Salzblume“, das wertvollste Salz, welches eine weichere Konsistenz haben, und leichter sein muss, als das normale Meersalz. Die Becken dürfen deshalb niemals ganz austrocknen.


Ist das Fleur de Sel trocken, wird es in Stoffsäcke abgefüllt und an die Familie Genth übergeben, die es in die von uns demnächst angebotenen Gläser und Keramiktöpfchen abfüllt und verkauft.


Wichtig ist der Familie Genth, dass Kostas einen fairen Preis für seine Schinderei bekommt. Denn nur so ist der Nachschub gesichert. Haben Sie dieses Salz einmal probiert, werden Sie süchtig danach, Sie werden einen regelrechten Salzhunger entwickeln und vielleicht sogar überlegen, ob nicht Gummibärchen mit Alisseos-Fleur-de-Sel …
Nein, war nur ein Scherz mit den Gummibärchen. Was ganz anderes, auch Süßes habe ich neulich damit zubereitet. Einen Roto-Beete-Salat nach dem Rezept von Marcella Hasan. Hierzu werden die Rote Beete gut gewaschen und mit der Schale in Pergamentpapier oder Alufolie eingeschlagen und im Ofen bei ca. 200°C gebacken. Das dauert, je nach größe der Rote Beete bis zu einer dreiviertel Stunde. Testen kann man dies mit einem Schaschlikspieß oder ähnlichen Geräten.

Gebacken und von der Folie befreit, ein eher unspektakulärer Auftritt.
Die Rote Beete werden nun, wenn sie etwas abgekühlt aber noch nicht ganz kalt sind, geschält und in ca. 2 mm dicke Scheiben geschnitten. In einer Schüssel werden sie anschließend mit Pfeffer und Zitronensaft beträufelt, und mit einem ordentlichen Schuss Alisseos-Bio-Olivenöl angemacht. Dann richten Sie die scheiben dekorativ auf einem Teller an, und geben erst jetzt das Fleur de Sel obendrauf. Zuerst vorsichtig, bei Tisch kann ja jederzeit nachgewürzt werden. Belohnt werden Sie mit einem wunderbar süßlich-saurem, fruchtigen Salat, an den sich Ihre Geschmacksknospen eine gane Weile positiv erinnern werden.

Ich, der ich Rote Beete eigentlich noch nie mochte, habe jetzt mein Rezept dafür entdeckt. Und als nächstes probiere ich Claudios Rezept aus. Natürlich mit Olivenöl und Fleur de Sel von Alisseos.
Das Öl ist übrigens schon verfügbar, das Fleur de Sel erwarte ich im Laufe der nächsten Woche. Sie finden es dann im Shop.
Kaiserinnenbraten
Alexandre Dumas (der Ältere) war leidenschaftlicher Koch. Hobbykoch, denn er lebte vom Schreiben von Romanen und Novellen. Eins seiner berühmtesten Bücher (neben den „Drei Musketieren“) aber war das „Grand Dictionnaire de Cuisine“, kein Kochbuch im eigentlichen Sinne, sondern ein Nachschlagewerk der Kochkunst.
Es sind aber doch einige Rezepte überliefert, und das teuerste davon will ich Ihnen nicht vorenthalten: den Kaiserinnenbraten.
Alles beginnt mit einer entkernten grünen Olive und einem Anchovisfilet. Die Olive wird mit einem Stück des Filets gefüllt. Diese Olive kommt dann in eine Lerche. Die sind in Italien immer noch eine Delikatesse, wie fast alles, was fliegt. Die Lerche macht es sich als Füllung in einer Wachtel bequem. Wobei die Wachtel in den Bauch eines Rebhuhns wandert, und das Rebhuhn sich als Versteck einen Fasan aussucht. Dieser Fasan wiederum hat nichts Eiligeres zu tun, einem Puter als Füllung zu dienen, welcher anschließend in einem Spanferkel seine letzte Ruhestätte findet. Dieses Spanferkel wird gut durch gebraten. Dieser Kaiserinnenbraten ist nun der Gipfel der Kochkunst.

Der wahre Feinschmecker isst natürlich nur die Olive mit der darin befindlichen Sardelle. Versteht sich von selbst, oder?
Römisch-friesische Allianz: Saltimbocca vom Salzwiesenkalb
Vorwegschickend mal eine Aussage, die (leider, ich bin neidisch) nicht von mir stammt, aber ziemlich gut beschreibt, warum ich schreibe, was ich schreibe: „… Im Großen und Ganzen findet sich in diesem Blog sogar ziemlich viel Belehrung. Ich bedaure das sehr, aber es hat sich wirklich nicht vermeiden lassen: Das Belehrende scheint mir von Natur aus so aus den Poren zu schwitzen wie den Kamelen der Kamelienduft. Manchmal möchte ich Welten dafür hergeben, meine Fakten bei mir zu behalten, aber das geht nicht. Je mehr ich die Quellen dichte und je zugeknöpfter ich werde, um so mehr leckt bei mir die Weisheit aus. So kann ich vom Leser nur Nachsicht und keine Rechtfertigung verlangen.“
(frei nach Mark Twain)

Den schlechten Klamottengeschmack habe ich wohl heute noch. Obiges Hemd führte meine Frau im letzten Jahr – unter meinem Protest – dem Altkleidersack zu. Ansonsten sind wir alle nur älter geworden. Der kleine Knirps, der mit wunden Füßen von der Wanderung durch Rom und seine imposante Geschichte auf Mutters Schoß sitzt, kann selbiger mittlerweile auf den Kopf spucken und ist 21 Lenze jung.
So anno 1991 war ich mit meiner Familie, damals bestehend aus Frau, Sohn und mir, in Rom. Warf natürlich auch eine Mark in den Trevi-Brunnen. Man wollte ja unbedingt wiederkommen. Hat bis jetzt nicht geklappt – vielleicht nächstes Jahr. Aber römisch kochen, das war öfter. Neulich die „Ajo e ojo“, heute das Saltimbocca.

Fast alles, was es zum Saltimbocca braucht: Salzwiesenkalb, Parmaschinken, Salbei und Meersalz von Alisseos.
Bevor uns nun das Saltimbocca „in den Mund springt“, so die grobe Übersetzung, verliere ich etwas. Und zwar ein paar Worte über das verwendete Kalbfleisch. Ludger Freese sei Dank, habe ich das Fleisch eines der köstlichsten Kälber ergattert: Fleisch vom Salzwiesenkalb, genauer, die große Nuss (Teilstück aus der Keule; wer mehr wissen will, der frage den Ludger, der ist ganz lieb und vor allem auskunftsfreudig)! Absolut mager und köstlich im Geschmack. Gerade weil es so mager ist, sollte man bei der Zubereitung darauf achten, es nicht zu durch zu braten, was bei so dünnen Kalbsschnitzelchen gar nicht so einfach ist. Zudem muss alles warm sein: Servierplatte, Teller, Küche, von mir aus auch der Kellner, sollten Sie einen beschäftigen. Es schadet zumindest nicht. Ich weiß das, ich kannte mal einen. Also einen warmen Kellner. Dem empfahl ich in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Reise nach Thailand … aber ich schweife ab; nur so viel: Das feiste Grinsen war nach seinem Urlaub noch wochenlang wie ins Gesicht gemeißelt, igitt.
Zurück nach Rom, zumindest aber in die Küche. Viel braucht es nicht, um ein Saltimbocca zuzubereiten. Allein die Qualität der Grundprodukte entscheidet über Sieg und Niederlage, über „fantastisch“ oder „geht so“. Gut, ein wenig Fertigkeit in der Küche sollte vorhanden sein, was ich bei den Lesern einfach mal voraus setze.
Zutaten pro Person:
- 3 Kalbsschnitzel á ca. 60 g, leicht plattiert, nicht geklopft
- 3 kleine Scheiben Parmaschinken oder San Daniele
- 3 frische Salbeiblätter
- 3 Zahnstocher
- 2 EL Olivenöl und 1 EL Butter zum Braten
- 50 ml Weißwein, am liebsten Frascati
- etwas Mehl
- kalte Butter zum Binden der Sauce
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- Meersalz (sehr wenig!)
Sie möchten etwas dazu essen? Vergessen Sie es! Entweder vorweg, oder hinterher. Ein Saltimbocca verträgt höchstens etwas Weißbrot oder Brötchen (bitte, bitte, liebe Vollkornfraktion: Weißmehlprodukte! Ausschließlich! Keine Kompromisse! Nur dieses eine Mal …) zum Auftunken der wenigen Sauce. Nichts soll von dem köstlichen Kalbfleisch ablenken, kein Gemüse den Genuss mit aufdringlichem Geschmack von Glukokininen, Bioflavonen oder anderen Flavonoiden stören. Man stelle sich vor, es könnte jemandem einfallen, Kartoffeln dazu zu essen. Eine Katastrophe!
Die sehr einfache Zubereitung verlangt nun ausschließlich etwas Schnelligkeit und ein 100%iges Mise en place.

Wichtig ist, dass Sie beim Kochen nicht plötzlich feststellen, eine der Zutaten ist noch nicht griffbereit. Also: immer schön ans „Mise en place“ denken!
Heizen Sie den Ofen auf 60/65°C vor, geben Sie eine Servierplatte und die Teller hinein. Die Kalbsschnitzelchen, ich will sie mal Scaloppine nennen, werden nur gepfeffert, nicht gesalzen. Die Pfanne, möglichst eine aus Edelstahl, keine beschichtete, steht schon auf dem Herd, Öl und Butter werden heiß. Die gepfefferten Scaloppine werden nun ganz leicht mehliert, abgeklopft und kommen sofort in die Pfanne.

Idyllisches Beisammensein in der Pfanne. Jetzt aber raus damit …
Ist das letzte Stück in der Pfanne, kann das erste schon gewendet werden. Sind alle auf der zweiten Seite, den Parmaschinken auflegen und ein Blatt Salbei mittels Zahnstocher auf den Scaloppine befestigen. Haaaalloooo, das muss schneller gehen! Jetzt aber raus aus der Pfanne und auf die vorgeheizte Platte im Ofen. Falls mehr Besuch da ist, die nächste Fuhre auf die gleiche Weise zubereiten. Die Saltimbocca fühlen sich derweil im Ofen pudelwohl.
Haben alle Scaloppine den Weg durch die Pfanne gefunden, wird es jetzt Zeit die Sauce zuzubereiten. Erste Amtshandlung: Bratfett (Butter und Öl) wegwerfen! Dann platziere ich noch ein bis zwei Blätter Salbei in der Pfanne, und lösche mit dem Frascati ab. Der Bratensatz wird abgeschabt und hat sich gefälligst mit dem Wein in eine göttliche Sauce zu verwandeln. Diese schmecke ich mit Meersalz, genauer „Fleur de Sel“ aus Griechenland von Alisseos ab. Dieses Meersalz, welches ich der Familie Genth verdanke, ist außerordentlich köstlich und wird von mir zwar sparsam, aber doch penetrant verwendet. Einige weiße Krümel in dem wunderschönen, ehemals gut gefüllten Keramiktöpfchen lassen vermuten, dass ich an Salzsucht leide. Zu dem Salz, gibt es später mehr …
Die Sauce, welche sich immer noch in der Pfanne befindet (jetzt habe ich mich doch tatsächlich etwas verplaudert), wird mit einem Stück kalter Butter aufmontiert und anschließend über die Saltimbocca gegeben. Diese werden sofort serviert! Die warmen Teller stehen schon auf dem Tisch; die Brandblasen können Sie später versorgen. Da ich ein Fan von „Prezzemolo“ bin, kommt diese grob geschnittene, glatte Petersilie als Garnitur obenauf. So, jetzt nur noch genießen und an das kleine Salzwiesenkalb denken, welches nun nicht mehr gedankenverloren den Deich entlang wandert, sondern dessen Wanderschaft in unseren Mägen ein jähes Ende fand. Und das ist auch gut so!

Saltimbocca auf der Servierplatte. Nun keine Zeit mit dem Säubern der Platte verlieren, die Gäste warten schon!
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, wird das Fleisch nicht gesalzen. Das hat den einfachen Grund, dass der Parmaschinken genug Salz abgibt. Auch das mehlieren hat durchaus einen Sinn: es verhindert das Austreten von Fleischsaft und unterstützt die Bindung der Sauce. Wenn Sie nur eine Portion zubereiten, können sie die Saltimbocca kurz vor Schluss kurz in die Sauce legen, das Aroma wird noch intensiver. Das Wichtigste ist aber die Schnelligkeit. Nichts ist schlimmer, als zu lange gegarte Kalbsschnittchen. Dann hätten Sie auch einen Schweinerücken nehmen können. Und glauben Sie mir: kein Vergleich! Auch wenn Ihnen Mario aus Ihrer Stammpizzeria was anderes erzählen will.

Kein Fitzelchen ist mehr über, um die restliche Sauce streiten sich heranfliegende Hände mit Weißbrotstückchen. Ich habe leider verloren …
Aktuelles aus der Podere Prataccio
Gerade erreichte mich eine Mail mit einem aktuellen „Zustandsbericht“ der Podere Prataccio. Diesen möchte ich hier gerne weitergeben, da das Öl der Podere zu unseren absoluten Highlights gehört, und Sie so einen Eindruck von der Olivenpflege über das Jahr bekommen.
Liebe Olivenoelfreunde,
Vielleicht interessiert Sie ein kurzes ‚Update‘ eines passionierten Olivenoelbauern.
Vor 3 Wochen haben wir die Pheromon-Fallen gegen die Olivenoelfliege aufgehaengt.
Wegen des bisher sehr heissen und trockenen Sommers ist die Fliege momentan nicht sehr aktiv – aber das kann sich ja noch aendern.
Dieses Jahr habe ich die Oliven auch noch mit einer Salzloesung bespritzt.
So legt sich ein duenner Film um die Frucht und dieser erschwert es dem Weibchen die Eier in der Olive abzulegen.Wie Sie merken versuche ich alles – was biologisch moeglich ist – um bei der Ernte fast ausschliesslich gesunde Oliven vorzufinden.
Auf dem zweiten Bild sehen Sie wie klein – und natuerlich gruen – und voellig gesund die Oliven momentan ausschauen.
Die Saison verlief bis jetzt perfekt fuer eine gute Ernte, da es im Fruejahr und am Anfang des Sommers sehr viel geregnet hat (ohne Hagel), und jetzt seit 6 Wochen wir nur noch Sonne und heisse Temperaturen haben.
Ich wuensche Ihnen auch noch viele Sommertage und einen wunderschoenen Herbst.
Direkt nach der Ernte werde ich mich wieder melden.
Dieses Jahr moechte ich zum ersten Mal sofort nach der Pressung das frische Oel zum Kauf anbieten – so wie es in Italien ueblich ist.
Es ist dann fast noch gruenlich, im ersten Moment sehr bitter und scharf, und man spuert in der Nase ein unschreiblich koestliches Aroma.
Fuer Olivenoelliebhaber eine Delikatesse.
Viele Grüße aus der viel zu heißen Toskana
Ihr
Peter Kollbach
Wir freuen uns schon auf die neue Ernte. Aus der letzten Ernte sind noch einige Flaschen zu haben. Holen Sie sich einen Vorgeschmack auf das neue Öl und genießen Sie eines der besten toskanischen Öle zu Bruschetta und Salat bei Sonnenschein auf Ihrer Terrasse. Urlaub ist da, wo Sie gutes Olivenöl genießen können.
Aglio e Olio, Lammrücken und vom Hölzchen zum Stöckchen
Neulich gab es bei uns die berühmten und teilweise auch berüchtigten „Spaghetti Aglio e Olio“. Diese Zubereitungsart der Spaghetti kommt aus Rom. Dort heißt sie allerdings in der römischen Mundart „ajo e ojo“, wird in einem Wort ausgesprochen und klingt dabei wie eine Sprachübung für angehende Tenöre.
Danach gab es gebratenen Lammrücken in einer Weißwein-Rosmarinjus mit frischen grünen Bohnen aus dem Garten und etwas Ciabatta zum auftunken der einfachen aber einfach göttlichen Sauce.
Doch von vorne:
Das Rezept an sich besticht durch seine Einfachheit. Die Zutaten sind Olivenöl, Knoblauch, Spaghetti, glatte Petersilie und – bei Bedarf – Peperoni oder Peperoncini. Ich habe mich für eine entkernte Peperoni entschieden, da meine Familie – zumindest meine Frau – des Scharfen nicht so zugetan ist. Obwohl doch gerade das Scharfe so gesund ist: anregend, belebend, schlank machend, aphrodisierend.
Doch zum Rezept:
- 500 g Spaghetti No. 5 oder Spaghettini (je dünner desto besser)
- 3 – 4 fein gehackte Knoblauchzehen
- 1 rote Peperoni (je nach Schärfewunsch mit oder ohne Kerne und Innenwände)
- ca. 150 ml Olivenöl Extra Nativ
- 2 Esslöffel in feine Streifen geschnittene Blattpetersilie
- Meersalz
Zubereitung:
Die Spaghetti werden in gut gesalzenem Wasser al dente gekocht. In der Zwischenzeit werden in einer großen Pfanne das Olivenöl mit dem fein gehackten Knoblauch und der in feine Streifen oder Würfel geschnittenen Peperoni auf mittlerer Hitze angeschwitzt. Der Knoblauch sollte eine goldgelbe Farbe bekommen, nicht bräunen. Es besteht dann die Gefahr, dass der Knoblauch bitter wird. Zudem hat gebräunter Knoblauch einen ganz anderen und bei diesem Gericht unerwünschten Geschmack.

Idealer Weise sollten der Knoblauch und die Spaghetti zur gleichen Zeit fertig sein. Mit ein wenig Übung klappt das fast immer. Die abgetropften Spaghetti und die geschnittene Petersilie – auch genannt „Chiffoade“ nun in die Pfanne geben und sehr gut durchrühren, damit alle Spaghetti vom Öl benetzt sind. Probieren und bei Bedarf nachsalzen. Jetzt auf vorgewärmte Teller verteilen und sofort servieren.

Spaghetti Aglio e Olio ist – zumindest in Deutschland – ein Reizthema, denn es gibt hier zwei Fraktionen, die ihre Essgewohnheiten bis aufs Messer verteidigen, obwohl nur eine Gabel zum Essen der Spaghetti nötig wäre. Es geht um die unleidliche Assoziation Nudeln – Parmesan. Nein, nicht auf jedes Nudelgericht gehört Parmesan! Auf Spaghetti Aglio e Olio niemals nie nicht (sorry, Herr Preidel). Natürlich gibt es verschiedene Geschmäcker. Es gibt durchaus Menschen die mögen das Gericht mit Parmesan, es gibt auch Menschen, die mögen das Bolognese-Rezept von Blumenthal, manche sogar Nudeln mit Ketchup. Das alles kann man zwar essen, hat aber mit dem Originalrezept nichts zu tun. Nicht, dass ich keinen Parmesan mag, im Gegenteil: Ich liebe Parmesan und auch seinen kleinen Bruder, den Grana Padano.
Doch zurück zum Essen. Nach dieser Vorspeise, die übrigens locker für vier Personen reicht, falls ich das vergessen haben sollte zu erwähnen, kommt das Hauptgericht: der Lammrücken. Meiner kam – ganz unspektakulär – aus Neuseeland. War schon pariert und von den Silberhäuten befreit. Für vier Personen hatte ich ca. 600 g vorgesehen, was nach der Vorspeise ausreichend ist. Das Schöne: Die Zubereitung des Lammrückens dauert – wenn das Mise en place stimmt – nur wenige Minuten, sodass der Koch/die Köchin in Ruhe die Vorspeise verzehren kann. Die kleine Pause dazwischen vertreiben sich die anderen Gäste mit Wein und Konversation – oder mit Anöden; das liegt dann wohl an der Auswahl der Gäste.
Die Zutaten:
- ca. 600 g Lammrücken, auch genannt Lammlachse ohne Haut
- 2-3 Knoblauchzehen, ungeschält. mit dem Messerrücken angedrückt
- 2 Zweige Rosmarin, frisch
- Olivenöl und Butter zum Braten
- 1 Tasse frischen, trockenen Weißwein, vorzugsweise italienischer
- Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- 80 g kalte Butter zum aufmontieren der Jus
Die Lammlachse werden mit Küchenkrepp trocken getupft und gepfeffert. In der Pfanne (Stahl oder Gusseisen, keine beschichtete Pfanne nehmen, darin bilden sich keine Bratrückstände am Boden, die für den Geschmack der Sauce benötigt werden) Olivenöl und Butter auf mittlerer Hitze erwärmen, bis die Butter zu schäumen beginnt. Dann die Lammrücken einlegen und langsam braten. Klingt komisch, ist aber so: Das erfordert einige Übung. Ist die Temperatur nicht ausreichend heiß, bildet sich keine Kruste und die Lammlachse ziehen Wasser. Das Ergebnis ist unbefriedigend, weil meist zäh und trocken. Man muss den Moment abpassen, wenn das Öl-Butter-Gemisch zwar heiß genug zum Braten ist, die Butter aber noch nicht verbrennt. Mit in die Pfanne kommen ein Zweiglein Rosmarin und die angedrückten Knoblauchzehen. Trotz dem, dass das Bratfett zum großen Teil weggeschüttet wird, nimmt das Fleisch das Aroma der Zutaten an.

Jetzt die Lammrücken wenden und ca. 2-3 Minuten weiter braten, je nach Dicke der Lammrücken. Hier ist der Drucktest die einzige Möglichkeit zu testen, ob das Lamm noch zu roh oder schon rosa gebraten ist. Je nachgiebiger das Fleisch, desto roher ist es noch. Idealer Weise soll es leicht nachgeben und schnell wieder in die Ausgangsposition zurück kommen. Dann hat es innen noch einen roten Kern. Da viele das nicht so mögen, lasse ich es noch eine halbe Minute in der Pfanne und gebe die Rücken dann zum Ruhen auf einen vorgewärmten Teller. Das Fett und die Aromaten kippe ich nun weg, und lösche den Bodensatz der Pfanne mit dem Weißwein ab. Mit einem Holzschaber nun den Bodensatz lösen und den Wein etwas einkochen lassen. Ein paar Rosmarinnadeln vom zweiten Rosmarinzweig und die kalte Butter in mehreren Teilen dazugeben und mit dem Schneebesen aufmontieren, bis eine leichte Bindung entsteht. Von der Platte nehmen und mit Meersalz abschmecken. Die Lammlachse nun ebenfalls salzen und auf einem vorgewärmten Teller anrichten. Die Jus darüber verteilen und mit Rosmarinzweiglein dekorieren.
Dazu gab es gartenfrische grüne Bohnen, die ich in Salzwasser nicht zu weich gekocht, und mit etwas fein gehacktem Knoblauch, Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle angeschwitzt habe. Auf weitere Kräuter, wie z. B. Bohnenkraut habe ich bewusst verzichtet, um das Gericht nicht mit Aromen zu überlasten.

Als finalen Kick nocht etwas fruchtiges Extra Vergine über die Bohnen ist aber duraus erlaubt (und von mir natürlich gewünscht).
Früher, im alten Rom, hatte man ja durchaus seine Probleme mit Fleisch. Nicht, dass es keines gab, es gab wohl genug; Schwein, Wild, Ziegen wurden gezüchtet. Doch die Frischhaltung des Fleisches war das Problem. Gerade in der warmen Jahreszeit. Die findigen Römer hatten da einen kleinen Trick. Nein, nicht wie man Fleisch länger haltbar macht (Trocknen und Pökeln waren schon bekannt), sondern wie man den „Haut Gout“ des Fleisches verdeckt. Ganz wie manch heutige/r Hausfrau/Hausmann möglichst an jede Suppe ihr Maggi kippt, damit nur möglichst alles gleich schmeckt, und ja nicht nach Rindfleisch oder Geflügel oder Gemüse, hatten die Römer ihr Garum. Garum war eine, na ja, „Fischwürze“. Hergestellt wurde sie aus dem Blut und den Innereien vom Scomber (Makrele). Der Herstellungsprozess mutet für unsere Verhältnisse archaisch an. Besagte Eingeweide und das Blut wurden gesalzen und entweder einige Zeit (manchmal Monate!) in die Sonne gestellt, oder so lange gekocht, bis sich die Innereien auflösten. Die Flüssigkeit musste dann mindestens zwei Monate gären und wurde anschließen durch Trichter gefiltert und in kleine Amphoren abgefüllt. Mancher Orten wurde die „Würze“ auch noch unter Zugabe von Kräutern und Honig etwas „aufgepimpt„. Wer nun über genügend Vorstellungskraft verfügt, hat zumindest eine Ahnung von dem Ekel erregenden Geruch, der sich in der Nähe der Produktion solcher Würzsaucen auftat. Deshalb durften solche Produktionsstätten auch nicht in der Nähe von Städten oder Dörfern betrieben werden. Berühmt war damals das Garum aus der Nähe von Pompeji, den höchsten Preis erzielte aber ein Garum aus Spanien namens „schwarzes oder blutiges Liquamen“. Sogar ein koscheres Garum wurde damals angeboten, das „Garum castimoniale“, welches ohne Scomberblut hergestellt wurde und auch für die jüdische Bevölkerung erlaubt war.

Antike Garum-Fabrik in Baelo Claudia.
Quelle: wikipedia
Waschmittel minus Olivenöl
Wie so einige Zeitungen, unter anderem auch das österreichische Wirtschaftsblatt melden, Verkauft der Unilever-Konzern, welcher ja auch für die Waschmittelproduktion bekannt ist, seine Rechte an Bertolli-Olivenöl und -Essig. Allerdings titelt das Blatt etwas verwirrend: „Unilever trennt sich von italienischem Olivenöl“. Das ist so nicht ganz richtig, denn das was in den meisten Bertolli-Flaschen drin ist, ist eher spanisches oder sonst ein Öl aus den anderen Mittelmeeranrainerstaaten.
Gekauft hat die Marke ein spanischer Konzern, die Grupo SOS. Für 630 Millionen Euro. Im Preis drin waren auch die Marken Maya, Dante und San Giorgio. Die bekannten italienischen Marken Sasso und Carapelli waren schon vorher im Besitz der Grupo SOS. Ein Schelm könnte jetzt vermuten, dass das bedeutet, noch mehr spanisches Olivenöl in italienischen Olivenölflaschen vorzufinden. Mit ansprechnden „italienischen“ Etiketten und abgefüllt in der Toskana, versteht sich. Aber nur ein Schelm würde das vermuten …
Alzheimer! Aber gut: versprochen ist versprochen!
Also wirklich! Da versprach ich doch ein Gyros-Rezept, welches ich am 5. April dieses Jahres schon verraten hatte. Da bekomme ich ja richtig Angst, ob meines geistigen Allgemeinzustands. Da ich das Rezept aber nun einmal versprochen habe, veröffentliche ich es hier noch einmal, obwohl sich in den drei Monaten nicht viel daran geändert hat. Einiges habe ich allerdings verschwiegen; und jetzt kommt sie raus, die ganze Wahrheit. Zunächst zum Original-Gyros: Liest man den Eintrag von Wikipedia über Gyros, dann stellen die echten Kenner der Materie – meist Betreiber von griechischen Restaurants oder Imbissen – fest, dass da einiges Wahre und viel Falsches drin steht. Zunächst wird Gyros nicht vom Schweinenacken, sondern aus der Schulter geschnitten. Nacken wäre viel zu zart, ließe sich nicht richtig schneiden, sondern bröselte vom Spieß nur so runter. Einer der Welt größten Gyros-Geräte-Hersteller – die Firma Potis aus Göttingen – veröffentlicht denn auch auf ihrer Webseite das Original-Gyrosrezept:
Rezeptvorschlag für die Zubereitung von Gyros
Aus nachfolgenden Zutaten eine Marinade zubereiten und damit jeweils die Fleischscheiben bestreichen. Die angegebene Gewürzmenge ist kalkuliert für 100 kg Gyros.
* Pflanzenöl 5 Liter
* Speck 10 kg (durch den Fleischwolf drehen)
* Salz 1,2 kg
* Pfeffer 900 g
* Kreuzkümmel 170 g
* Oregano 180 g
* Zwiebeln 4,0kg (durch den Fleischwolf drehen)Zubereitung der Gewürzmischung für 100kg Gyros:
Den Speck schneiden wir in Streifen, damit er durch die Öffnung des Fleischwolfes passt.Nachdem die Zwiebeln geschält worden sind, schneiden wir sie in Stücke. Nun drehen wir je ein Teil Speck und Zwiebeln durch den Fleischwolf. Es ist darauf zu achten, dass Speck und Zwiebeln zu gleichen Teilen vermischt werden. Danach wiegen wir die anderen Gewürze ab und geben diese zusammen mit der Speck- und Zwiebelmasse in eine große Wanne. Nun mengen wir alles zu einer sämigen Masse zusammen.
Um einen guten Gyros zubereiten zu können, nehmen wir Schweineschulter mit wenig Fett. Das Fleisch wird auf der Aufschnittmaschine auf Stärke 9,5-10 (9,5-10 mm) aufgeschnitten. Die Schrägeinstellung des Messers erleichtert das Aufschneiden. Beim Aufschneiden des Fleisches sortieren wir die großen und die kleinen Stücke. Die kleinen Stücke brauchen wir für den unteren Teil des Gyros-Spießes, je weiter wir nach oben aufbauen, desto größer müssen die Fleischstücke werden.
Es ist wichtig, dass jede Fleischschicht, die wir auf den Spieß bringen, mit der vorher angemengten Gewürzmischung bestrichen wird.
Um eine ansehnliche Form des Gyros-Spießes zu erhalten, sollte man die herrausragenden Fleischspitzen mit einem scharfen Messer abschneiden.
Diese kleinen Stückchen fügen wir zwischen die einzelnen Fleischscheiben ein, um ein Herausfallen zu verhindern und somit wenig Verlust zu haben. Die Fleischscheiben müssen so dicht nebeneinander gelegt werden, dass jede Schicht etwa einen abgeschlossenen Kreis bildet.
Das fertige Fleischgut sollte am besten mindestens 12 Stunden lang kühl lagern.
Das Fleischgut kann man auch über längere Zeit einfrieren (einige Wochen bei einer Temperatur von ca.-18 C) ,ohne dass sein Geschmack beeinträchtigt wird.
Es gibt da natürlich einige Variationen, so weiß ich von einem Griechen, dass er etwas Weißwein in die Marinade gibt. In dessen Restaurant habe ich auch den Herren Potis kennen gelernt; wir haben Visitenkarten getauscht – ich habe ihn nicht angerufen, er mich nicht. Hätte ich allerdings ein Gyrosgerät gekauft, wer weiß, ob er nicht auch die eine oder andere Flasche Olivenöl gekauft hätte?
So habe ich einfach anhand des obigen Rezepts meines für Pfannengyros (wann brauche ich schon einmal 100 kg Gyros?) abgeleitet.
Einfacher hätte ich es natürlich, würde ich fertiges Pfannengyros vom Schlachter oder aus der Tiefkühltheke kaufen. Oder aber, ich nähme fertiges Gyros-Gewürz. Mache ich aber nicht, da in den meisten Fällen Geschmacksverstärker und/oder gehärtete Fette, sowie andere Zutaten darin „verbastelt“ sind, die mir nicht behagen und schon gar nicht schmecken. Beispiel: Fleisch- und Gyroswürzer von Ostmann
Speisesalz, Kotelett-Gewürzmischung ( Paprika, Pfeffer, Bohnenkraut, Oregano, Zwiebeln, Basilikum, Koriander, Knoblauch, Majoran, Rosmarin, Salbei, Senf, Sellerie, Sesam, Gewürze, Zitronenmelisse, Muskat ), Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat, Weizenmehl, Magermilchpulver, Würze ( Soja ), Aroma, enthält Fleischaroma mit Hühnereiweiß.
Die Puristen unter Ihnen werden verstehen, dass ich das ablehne.
Meine Marinade besteht – statt Speck – aus Olivenöl, Zwiebeln, Knoblauch, etwas Zitronensaft, Oregano, Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer aus der Mühle und Meersalz.

Eine Zwiebel wird mit einer Knoblauchzehe im Mixer püriert: vorher – nachher. Die Menge ergibt zusammen 200 ml. Dazu kommen die Gewürze und der Zitronensaft. Die Menge reicht aus, um ca 1,5 kg Fleisch zu marinieren. In diesem Fall kommen dazu: ein Esslöffel getrockneter Oregano, ein halber Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, je nach gewünschter Schärfe (hier ca. ein gehäufter Teelöffel), ca. 20 g Salz und der Zitronensaft. Der Zitronensaft fungiert zum einen als Geschmacksabrunder (nicht -verstärker), und zum anderen hilft er, das Salz aufzulösen in der Marinade. In Öl löst sich nämlich kein Salz, aber das wussten Sie sicher.

Mit dem Schneebesen verrührt, sieht das dann so aus.
Da die Garzeit eines Pfannengyros wesentlich kürzer ausfällt, als die Garzeit am Spieß, verwende ich Schweinenacken. Und da kommen wir schon zum nächsten Unterschied gegenüber fertig gekauftem Pfannengyros. Dies ist meistens in mehr oder weniger dicke Streifen geschnitten. Somit ist die Fläche, an die Röstaromen kommen können eher klein. Ich schneide mein Gyros „blättrig“, um möglichst viele Röstaromen zu bekommen.

Das Fleisch gebe ich dann zu der Marinade und vermische es sorgfältig damit, um jedes Stück mit der Marinade zu benetzen. Am Besten geht das natürlich mit der Hand, was aber einen kleinen Nachteil hat: Auch nach mehrmaligem Händewaschen hängt einem der Gewürzgeruch an den Fingern, wie der Schweif am Pferd – da hilft höchstens kupieren.

So sollte das dann im Rohzustand aussehen.
Gebraten wird das Gyros dann in der Pfanne – ohne Fett, die Marinade enthält genug – bei mittlerer Hitze. Immer nur kleine Mengen, damit der Röstprozess nicht unterbrochen wird. Das kann passieren, wenn zuviel Fleisch in die Pfanne gegeben wird, die Temperatur der Pfanne zu schnell sinkt und das Fleisch beginnt Saft zu verlieren, da sich nicht schnell genug eine Kruste bilden konnte.

So sah das Endergebnis aus. Darauf ein paar Zwiebelringe. Dazu gab es Krautsalat, hergestellt wie im April beschrieben, und in Olivenöl frittierte Kartoffelspalten. Vorweg gab es eine Gemüseplatte mit frischen Gartengemüsen. Davon später mehr …
Olivenöl-Blog: nominiert für Superblogs 2008
Das Olivenöl-Blog ist nominiert für die Superblogs 2008 in der Kategorie „Kochen und Schlemmen“. Wie ich dazu gekommen bin, weiß ich nicht; gibt es doch in der Szene der Rezept-, Koch,- Wein- und sonstigen Genussblogs eine Menge Kandidaten, die es eher verdient hätten. Damit meine ich nicht die reinen Rezept-Blogs, die sich in der Kunst des Abschreibens üben. Schon gar nicht die Blogs, in denen mit Maggi, Knorr und sonstigen Zutaten gekocht wird. Aber der hier gefällt mir ausnehmend gut. Der natürlich ganz besonders, wegen der vielen Gemeinsamkeiten (sieht man von der Präferation für Fischgerichte ab).
Beide nicht nominiert, obwohl von anderer Seite vorgeschlagen. Seit heute darf abgestimmt werden, und sage und schreibe eine (1) Stimme konnte ich schon ergattern. So ein paar mehr dürfen es dann doch schon werden, wo ich doch gegen einen Frittenblog anstinken muss, der schon 39 Stimmen bekommen hat (Stand 17 Uhr). Also, liebe Freunde des Olivenöl-Blogs: stimmt fleißig für mich ab. Zur Belohnung gibt es dann morgen ein Gyros-Rezept – kein Witz!
Hier geht es zur Abstimmung:
Einfach auf das Banner klicken, oder hier direkt zur Abstimmung. Danke im Voraus!


