Darauf haben alle gewartet

Dieses ganz besondere „Anzeigen-Fundstück“ ist meinem Bloggerfreund Claudio gewidmet, der jetzt sicherlich in den nächsten Zeitschriftenhandel rennen wird, um auf dem Elaborat lustvoll herumzutrampeln.
Dass noch niemand vorher auf die Idee kam, eine Zeitschrift „Lecker“ zu taufen, ist natürlich ein Versäumnis ersten Ranges. Wiedergutmachung versprechen Themen wie „Jamie Oliver backt Brot“ oder 1 (eins) Teig – 4 (vier) Kuchen, sowie „Diät mit Ballooning“. Gerade Letzteres stelle ich mir spannend vor: Da macht jemand Diät und nimmt ab. Wenn er dann abgenommen hat, bläst man sie/ihn auf, um das vorherige Erscheinungsbild wieder herzustellen. Also, so stelle ich mir das jedenfalls vor.
Ach ja, „Frische Frühlingsküche“ gibt es auch noch in der ersten Ausgabe. War natürlich kaum zu erwarten, so ein innovatives Thema einer „Kochen-und-genießen-Zeitschrift“. Traut sich mit Sicherheit auch keine andere Zeitschrift mehr.
Am erschreckendsten fand ich aber die Versprechung am Ende der Anzeige: „Alles wird lecker!“ Der Horror, oder?

Furchtbar: Alles wird lecker!

Schöner als fernsehen …

… ist der Anblick einer bruzzelnden Pizza im Ofen (in dem Fall sogar zwei Pizzen):
Pizza im Ofen

Den Teig für die Pizza mache ich natürlich selbst: aus Mehl (Typ 405 oder auch mal 550), Wasser, Salz, Hefe und Olivenöl. Da es mindestens ein mal im Monat Pizza gibt, mache ich den Teig ohne Rezept, da Routine. Als Sauce nehme ich italienische Dosentomaten, die mit dem Schneebesen grob zerkleinert werden, darein kommt Salz, Pfeffer, etwas Oregano (frisch, wenn möglich) und ein Schuss Olivenöl.
Mangels Büffel- oder sonstigem Mozzarella habe ich Provolone und (ich schäme mich) Goudakäse geraspelt. Der Belag: Kochschinken, Salami, luftgetrockneter italienischer Schinken aus der Wade, Champignons (immer frisch, niemals aus der Dose), Paprika (frisch), Artischocken (eingelegt mit Olivenöl, Petersilie und Knoblauch), schwarze Oliven. Dies je nach Wunsch individuell zusammengestellt. Den „Kindern“ schmeckt’s:
Pizzaessen

Kathi (links, Freundin von meinem Sohn) und mein Filius Lorenz.

Pizzaessen

„Ich hab doch meine Haare gar nicht gewaschen!“ „Und,“ frage ich, „was hat das mit der Pizza zu tun?“

Olivenölkontor-Podcast

Manchmal spiele ich etwas mit der Technik herum. Heraus gekommen ist dabei mein erster (laienhafter) Podcast. Wenn’s gefällt, gibt’s mehr davon:

Salsiccia di Cinghiale sott’ Olio oder Winterwurst auf italienisch

Angeregt durch Claudios Beitrag bei den Anonymen Köchen habe ich heute meine restlichen Wildschwein-Salsiccia eingelegt, um sie haltbar und noch schmackhafter zu machen. Diese toskanischen Wildschweinwürstchen sind etwas fester in der Konsistenz als ihr „schweinisches“ Pendant und auch sehr mager. Da über die Festtage üppiges Schlemmen geplant war, ist nicht zu vermeiden, dass das ein oder andere nicht gleich verzehrt wurde, und Appetit ist auch endlich; jetzt steht der Sinn nach leichterer Kost (die ewigen Vorsätze für das neue Jahr klammere ich hier mal aus). Wohin also mit den restlichen 32 Salsiccie?
Wildschwein-Salsiccie
Gut, dass der Kopf noch funktioniert, denn ich erinnerte mich an Claudios Beitrag über die abruzzesische Spezialität Salsiccie sott’ Olio. Also habe ich mir zwei Twist-Off-Gläser geschnappt, die Würste hineingeschichtet mit zwei Lorbeerblättern und fünf Wacholderbeeren (ist zwar nicht original, schadet aber wohl nicht), anschließend mit Olivenöl Extra Vergine aufgegossen.
Salsiccie in Gläsern

Salsiccie in Gläsern mit Öl

Olio Extra Vergine von Calvi

Das verwendete Olivenöl ist ein ligurisches der Firma Calvi. Es ist gefiltert und in einen 5-Liter-Edelstahlkanister abgefüllt.
Um zu verhindern, dass die Würste aus dem Öl ragen und mit Sauerstoff in Berührung kommen, habe ich zum Abschluss ein großes Lorbeerblatt darüber gegeben und bis obenhin mit dem milden Öl aufgefüllt. Jetzt lasse ich die Würste in der Speisekammer wenigstens bis Anfang Februar durchziehen, und freue mich dann auf eine zünftige Feier mit ein paar Freunden. Dazu gibt es dann noch etwas Schinken und Salami, Brot und Rotwein, und – urdeutsch – ein Apfel-Zwiebel-Gänseschmalz. Hausgemacht, versteht sich.
Salsiccie in Gläsern mit Lorbeer

Möchte ich wirklich etwas Leichtes zum Abendessen? Ich bin mir nicht mehr sicher …

Ei, Ei, Ei ist denn schon Ostern?

Hier stieß ich beim Stöbern im Netz auf einen interessanten Beitrag. Interessant, wegen des Soleis, nicht wegen des Rauchverbots in Berliner Eckkneipen. Das Solei wird dann auch hier sehr schön beschrieben, und der Grund benannt, warum es in den Berliner Kneipen nicht mehr in den Glasvitrinen (in Berlin liebevoll „Hungerturm“ genannt) auf dem Tresen angeboten wird (der gekühlte Hungerturm wäre eine Option).
Auch ich kenne das Solei. Meine Mutter bereitete es zu, wenn irgend welche Partys anstanden. Gegessen wurde es damals, wie auch in dem verlinkten Artikel beschrieben, mit Senf, Essig (meistens der billige Branntweinessig) und Öl (Sonnenblumenöl), Salz und Pfeffer. Tabasco, wer mochte. Brrrrr.
Wenn ich heute Soleier zubereite, was nicht oft vorkommt, dann werden sie mit Düsseldorfer Löwensenf, Chianti-Essig und Olivenöl, Salz und Pfeffer gegessen. Tabasco braucht es nicht, der Senf ist scharf genug. Mehr als zwei gehen nicht rein, die Eier liegen wie Wackersteine im Magen.
Der Grund für die Erfindung des Soleis war wohl die Möglichkeit mittels der Sole die vielen Eier, die in der Fastenzeit nicht gegessen werden durften, haltbar zu machen.
Was mir jetzt durch den Kopf geht: Man erzählte mir, dass in früherer Zeit auf dem Lande in unserer Gegend ab Februar/März die rohen Eier in den Weizen gesteckt wurden (Kühlschränke gab es damals noch nicht), um für anstehende Konfirmationsfeiern im April/Mai genug Eier zur Verfügung zu haben. Da aus der Zeit keine Informationen über Salmonellenerkrankungen oder das vorzeitige Ableben von Konfirmationsgästen nach Kuchengenuss vorliegen, scheint das funktioniert zu haben. Weiß jemand warum Eier im Weizen angeblich nicht verderben?

Winterlicher Salatgenuss

Nach den Festtagen mit üppigem Fleischkonsum braucht es etwas Leichtes, um den Magen zu beruhigen und zu schonen. Der Jahreswechsel steht an, da gibt es auch wieder genug zu essen. Dazwischen gibt es bei uns Salat. Im Winter haben Radicchio, Endivien, Frisee, Chicoree, Eisberg und Feldsalat Saison, zumindest sind sie fast überall zu bekommen. Aus diesen Sorten, zuzüglich einiger Tomaten, grüner oder roter Paprika, Salatgurke, Zwiebel und Karotten bereite ich eine große Schüssel gemischten Salats als Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Salat als solches ist ja ganz schön, wirklich schmackhaft wird er erst durch das Dressing. Was einigen Leuten Probleme bereitet. Lassen wir die ganzen Fertigdressings, Salatkrönungen und ähnlich schauderhaftes Zeug einmal weg, dann bleibt Essig und Öl oder ein Dressing auf Majonnaisenbasis. Letzteres mag bei uns niemand sonderlich, deshalb bereite ich eine Vinaigrette aus Essig, Senf und Olivenöl. Welcher Essig? Eigentlich egal, solange es ein wirklich guter Essig ist. Balsamico ist möglich, oder auch ein guter Weinessig (Vin-Santo-Essig z. B.), ein Honigessig oder ein Fruchtessig. Der Senf kommt entweder aus Düsseldorf und ist scharf oder aus Dijon und ist ebenfalls scharf. Das Olivenöl sollte ebenfalls ein gutes sein, ich nehme gerne ein fruchtiges aus Sizilien, den Marken oder aus Andalusien. Allein mit der Variation dieser Zutaten bringen Sie die unterschiedlichsten Dressings zustande, deren einzige Gemeinsamkeit ist: sie schmecken alle hervorragend. Als Beispiel hier ein Rezept für eine Vinaigrette, die für vier Personen berechnet ist, die allesamt sich am Salat satt essen wollen:

  • 80 ml Vin Santo Essig
  • 1 Teelöffel Dijonsenf
  • 250 ml Olivenöl (Oliventraum)
  • 1 Teelöffel Himalayasalz oder Meersalz
  • 1 Msp. Chayennepfeffer
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 mittelgroße Zwiebel (oder 3 Schalotten), fein gewürfelt

Die Zubereitung: Den Essig, Senf, das Salz, den Chayennepfeffer und den schwarzen Pfeffer sowie das Salz in eine große Salatschüssel geben und verrühren, bis sich das Salz aufgelöst hat. Jetzt das Olivenöl in dünnem in die Schüssel laufen lassen und dabei ständig rühren. Sie werden feststellen, dass sich eine sämige Emulsion bildet, was auch beabsichtigt ist (ohne Senf würde das nicht funktionieren, Essig und Öl trennten sich innerhalb kürzester Zeit voneinander). Anschließend die Zwiebelwürfel dazugeben und unterrühren. Die Zutaten für den Salat der Reihe nach hineingeben und jeweils unterheben. Zuerst die harten Salatzutaten wie Möhren, Paprika, Tomaten und Salatgurke. Das Unterheben nicht vergessen! Jetzt die Endivie und den Radicchio, den Frisee und den Chicoree. Unterheben! Und ganz zum Schluss den Feldsalat. Jetzt sofort servieren. Dazu gibt es etwas Weißbrot, mehr nicht. Wer nun auf Fleisch nicht verzichten möchte, der garniere doch einmal mit hauchdünnen Scheiben geräucherter Gänsebrust oder ebensolchen vom Lammschinken. Guten Appetit!

P.S. Viel Öl, ich weiß. Der Grund, warum vielerorten Salat nicht schmeckt, ist die Angst. Die reine Angst vor Fett. Essen Sie eine große Portion Weihnachtsgans mit Sauce, Rotkohl und Knödel, nehmen Sie in etwa die gleiche Menge Fett zu sich. Mit dem Unterschied, dass es sich um gesättigte also ungesundere Fettsäuren handelt. Fett also lieber anderweitig einsparen, nie beim Salat!

Eine Hausschlachtegeschichte

Die Geschichte der Wurst, ist eine Geschichte voller Missverständnisse …

Wurst materialisiert nicht wunderbarer Weise im Supermarktregal oder in der Schlachtertheke. Sie wird aus Tieren hergestellt. Toten Tieren! Um Wurst essen zu können, müssen Tiere sterben. So ist eine Hausschlachtung keine romantisch verklärte Geschichte, sondern das Töten und Zerkleinern eines Schweins, und die Verwertung aller Gliedmaßen, inklusive Schwarten und Knochen.
Zart besaitete Gemüter haben bei einer Hausschlachtung nichts verloren, ihnen könnte schlecht werden. Sie äßen wahrscheinlich kein Stück von der schönen Wurst, würden gar zum Vegetarier.

Sie möchten wissen, wie die Geschichte weitergeht? Na gut! Aber auf eigenes Risiko!

Noch mehr Viechereien, oder von glücklichen und unglücklichen Umständen

Dexter-Bulle
Dieses wunderschöne Tier, ein Bulle von 317 kg, sollte eigentlich so richtig Spaß haben. Decken, decken, decken. Geht aber leider nicht, weil die Kühe dazu aus direkter Linie kommen. An andere Linie verkaufen geht auch nicht, weil nun nicht mehr Bio. Da hilt nur eins: schlachten. Denn jetzt ist das Fleisch von optimaler Konsistenz, verbrächte er den Winter im Stall, verlöre er 30 kg Gewicht und auf Grund der Futterqualität (es geht halt nichts über frische, saftige Wiesen) auch an Fleischqualität. Ein glücklicher Umstand für Fleischliebhaber, ein unglücklicher für den handzahmen Bullen.
Es handelt sich um einen Dexter-Bullen. Diese besondere Rasse zeichnet sich durch wohlschmeckendes und zartes, weil kurzfaseriges Fleisch aus. Gehandelt wird das Fleisch eher unter der Hand oder in einigen Hofläden und zu Preisen, die ein vielfaches über denen von Supermarktrindfleisch liegen. Liebhaber des Fleisches schlagen trotzdem Purzelbäume, wenn sie es bekommen können.
Geschlachtet wird wohl noch dieses Jahr, dann wird das Fleisch mindestens zwei Wochen trocken gereift.
Interessenten dürfen sich gerne melden, aber nicht wegen zwei oder drei Kilo. Wegen des halben Rindes aber gerne.

Was man mit gutem Olivenöl und gutem Salz alles anstellen kann …

… oder von Koteletts, Scheiße und Saurierkacke

Anonyme Köche im Netz

Die Anonymen Köche aus der Schweiz planten ein Festessen. Mit (eigentlich) saftigen Koteletts, mit Seeteufel, Grauburgunder und mit Viridum und Himalayasalz.
Was dabei heraus gekommen ist, ist nicht nur ein kleiner Junge mit mir noch unbekanntem Namen, dessen Vater am Festessen nicht teilnehmen konnte, sondern auch eine wunderschöne Geschichte ums Kochen, Trinken und kleine Rückschläge, die sich beim Zubereiten von Speisen jeglicher Art durchaus einmal einstellen können. Herzlichen Dank für den schönen Beitrag (der mich für die Stoffeligkeit eines anderen Bloggers – bis heute kein Wort – mehr als entschädigt hat; Ihr habt mir quasi den Glauben an die bloggende Menschheit wiedergegeben 😉 ) , und meine Empfehlung an alle, den Beitrag auch zu lesen. Was schreibe ich, keine Empfehlung: Lesebefehl!

Schweinereien im Olivenöl-Blog

Können diese Augen mitleidig schauen?
In der nächsten Woche erwartet Sie hier eine kleine Hausschlachtegeschichte. Ausnahmsweise ganz ohne Olivenöl. Dieses Mettwurstpflänzchen von ca. 380 Pfund wird dafür sorgen, dass einige liebe Menschen, inklusive mir selbst, in den Genuss einer hervorragenden Mettwurst kommen.
Können diese Augen mitleidig schauen?
Ball spielender Weise sieht es seiner Mettwurstwerdung entgegen, und wird in den Köpfen der Menschen umhergeistern, die diesen Blog lesen. Ein Märtyrerschwein für alle Veganer und Vegetarier, nichts Besonderes für die Fleisch (fr)essende Zunft. Dieses Schwein, könnte es etwas sagen, behauptete mit Recht von sich: „Ich bin berühmter als viele meiner Artgenossen; ich bin (eine) Geschichte!“