Rettet die Kühe! Esst Vegetarier!

Und damit die auch ordentlich Qualitätsfleisch ansetzen, machen wir ihnen einen Zucchini-Salat mit frischem Oregano. Den Vegetariern, nicht den Kühen. Ich bin fast sicher, dass sogar Hannibal Lecter seine wahre Freude an dem Salat gehabt hätte, auch ohne dass der Zucchini-Salat vorher durch einen Vegetarier gegangen wäre.
Zucchini gibt es bei uns zu Hauf im Garten, sodass wir etliche Gerichte damit zubereiten. Den Salat gab es in dieser Form zum ersten mal, das von mir etwas abgewandelte Rezept stammt ursprünglich von Marcella Hazan.
Die Zucchini werden gewaschen und anschließend in einem großen Topf mit Salzwasser im Ganzen gekocht. Ohne die Enden abzuschneiden. Wenn die Zucchini weich sind (mit einer Gabel testen), herausnehmen, die Enden abschneiden und der Länge nach halbieren. Die Hälften auf eine Platte mit den Schnittflächen nach oben legen, und die Platte schräg stellen, damit das Wasser, welches die Zucchini ziehen werden, ablaufen kann.

Zucchini auf der Servierplatte

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie mögen viel Knoblauch, oder sie mögen weniger Knoblauch (keinen Knoblauch geht übrigens gar nicht). Sind Sie dem Knoblauch nicht sehr zugetan oder haben gleich noch einen Termin beim Kieferchirurgen, dann empfiehlt sich folgende Variante: Die noch heißen Schnittflächen der Zucchini mit einer zerdrückten Knoblauchzehe gut einreiben. Haben Sie Lust auf mehr Knoblauch oder mögen eventuell Ihren Kieferchirurgen nicht, dann hacken Sie zwei bis drei geschälte Knoblauchzehen ganz fein. Die kommen dann beim Anmachen zum Salat.
Die Zucchini werden jetzt in grobe Stücke geschnitten, sie können ruhig noch lauwarm sein. Die Blätter von einem kleinen Bund Oregano mit dem Messer grob zerkleinern und zu den Zucchinistücken geben (die Knoblauchfraktion und/oder Kieferchirurgenhasser geben jetzt auch den fein gehackten Knoblauch dazu). Mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle und Salz würzen, reichlich Olivenöl und wenig von einem guten Rotweinessig dazu geben und alles vorsichtig vermischen. Statt des Essigs geht auch Zitronensaft, statt des Oreganos auch glatte Petersilie. Statt der Zucchini auch Mangoldstiele oder Fenchel oder Stangensellerie. Ein Rezept – viele Variationen. Wichtig ist, dass der Salat nicht kälter als mit Zimmertemperatur serviert wird. Lieber zu warm, als zu kalt.

Zucchinisalat auf der Servierplatte

Eine einfache und wohlschmeckende Vorspeise. Ist sie verzehrt, werfen Sie die Vegetarier raus, und grillen sich ein schönes Kalbsrückensteak. Ich hoffe, Sie haben genug Vorrat hiervon angelegt.

Lanzer Geschichten

Da ja jetzt der Kerner nicht mehr nicht kocht, kocht jetzt der Lanz nicht – obwohl der Titel der Sendung „Lanz kocht“ dies doch impliziert. Und da der fressack das nicht mehr macht, gibt es hier von mir eine kleine Nachlese zur gestrigen Sendung, wenn ich auch nur die letzte halbe Stunde gesehen habe. Als erstes fiel mir auf, dass unerfreulich wenig Olivenöl Verwendung fand. Als zweites, dass der Lanz doch lieber bei seinem Bulldog oder wem auch immer geblieben wäre, denn mit Kochen hat er es nicht so. Versuchte er doch impertinent aus dem Kalbsbries, welches Alfons Schubeck zubereitete, einen Kalbskäse namens „Kalbsbrie“ zu machen. Tja, lieber Markus Lanz: Nicht alles was in der Küche verarbeitet wird, wird französich ausgesprochen! Das weiß ich übrigens aus eigener Erfahrung, denn als junger Azubi war für mich einige Zeit der „Ausbeiner“ (Messer zum Entbeinen von Fleisch „den Knochen herauslösen“) ein „Ohbinjeer“.
Als drittes fiel mir auf, dass der Küchenschlachtgewinner, dessen Name mir entfallen ist, (wer die Sendung noch einmal sehen möchte, kann sie sich übrigens hier anschauen) ein Kalbsfilet (Herr Lanz: das „t“ spricht man nicht mit!) zu einer gefüllten, durchgegarten Roulade verarbeitet hat. Das Herz blutet mir immer noch. Wer sich ein Kalbsfilet leisten kann, der sollte es nicht behandeln, wie Sean Connery die Frauen. Hier hätte es eine Kalbsnuss (die beiden „s“ bitte mitsprechen) auch getan.
Alles in allem haben wieder alle ganz toll gekocht, und wenn es Kritik gab, dann nur eingehaucht – meist von Alfons Schubeck, dem keiner ein Bries für einen Brie vormacht – oder so …

Insalata mista, oder auch Mist-Salat

Insalata mista heißt frei übersetzt in etwa „etwas gemischt Gesalzenes“; na ja, schon sehr frei übersetzt. Wer des Öfteren beim Italiener einkehrt, weiß, was gemeint ist. Ein gemischter Salat nämlich. Doch, oh Graus, was muss man sich alles als gemischten Salat andrehen lassen? Da ist meine noch freiere Übersetzung als Mist-Salat schon angebracht. Kaum Öl, süß-sauer nach Branntweinessig und Sacharin, manchmal auch noch Sahne oder Schmand. In (schlechten) deutschen Restaurants besonders üblich.

Insalata mista

Am Salat sollt Ihr sie erkennen …

… die guten Restaurants. Entweder werden dort die Salate frisch angemacht mit einer Vinaigrette, oder – in Italien üblich – mit Salz, evtl. Pfeffer, Olivenöl und Weinessig. Der größte Fehler, den man beim Salat machen kann, ist zu wenig Öl zu nehmen. Ich erinnere noch einmal an das Sprichwort:

L’insalata vuole il sale da un sapiente,

l’aceto da un avaro,

l’olio da un prodigo,

vuol essere mescolata da un matto

e mangiata da un affamato.

Für einen Salat nimmt man Salz wie ein Weiser,

Essig wie ein Geizhals,

Olivenöl wie ein Verschwender,

mischt ihn wie ein Verrückter,

und isst ihn wie ein Ausgehungerter.

(Alte italienische Weisheit)

Nun habe ich gelernt, dass man immer zuerst mit Salz und Pfeffer würzt, dann den Essig dazu gibt und erst zum Schluss das Olivenöl. Dies ist insofern sinnvoll, als dass der Essig sofort den Salat würzt und nicht am Olivenöl abperlt und sich letztlich in der Schüssel absetzt, ohne seine Würzkraft abzugeben. Ganz anderer Meinung ist hingegen Marcella Hazan, die zuerst salzt und pfeffert, dann das Öl dazu gibt und erst zum Schluss den Essig. Sie begründet das damit, dass sie verhindern möchte, dass der Salat „gart“. Dies ist so zu verstehen, dass Säure – hier die Essigsäure – die Proteine denaturiert. Damit im Salat auch der Essig sein Aroma abgeben kann – im aktuellen Beispiel verwendete ich den selbst gemachten Weinessig von Hans-Peter Baumgardt – muss ordentlich, und immer wieder untergehoben werden. Vorsichtig, versteht sich. Wie schon oft hier zu lesen sollte das Verhältnis Essig/Olivenöl mit 1 zu 3 beherzigt werden. Wer aus irgend welchen Gründen so viel Fett nicht darf oder möchte, hat mein Bedauern. Trotzdem kann ich helfen: einfach einen Teil des Öls mit Kalbs- oder Geflügelfond (Vegetarier nehmen Gemüsefond) ersetzen. Das ist immer noch besser, als gar kein Olivenöl. Auf dass Ihr Insalata mista nun kein Mist-Salat werde …

Sauer macht lustig!

Erst recht, wenn das saure Produkt selbst gemacht und von außerordentlicher Qualität ist. Klaus-Peter Baumgardt vom Fressnet-Blog hat mir heute eine Probe seines selbst gemachten Essigs zur Verkostung geschickt.
Bevor ich meine Verkostungsnotizen hier in Form bringe, etwas über die Philosophie des Selbstmachens. Der Einfachheit halber schreibe ich einfach von der Flasche ab:

Woher kommen die „sebstgemacht“en Produkte?
Vor vielen Jahren war es noch üblich, die im Haushalt benötigten Konserven selbst herzustellen. Natürlich wurden viele Zutaten gekauft, aber was man selbst machen konnte, hat man selbst gemacht. Davon zeugen auf den Dörfern heute die Backhäuschen, in denen Brot und Kuchen gebacken wurde.
Heute geht der Trend weg von industrieller Nahrung, der Genuss am individuellen Geschmack wird immer wichtiger. Produkte, die es nicht im Supermarkt gibt, machen mehr Spaß als Massenware. Das Wissen um die Herstellung von Lebensmitteln können wir nur praktisch erhalten. Mit dem Kauf oder Tausch von selbstgemachten Produkten hilfst Du, das Wissen um die Herstellung von Lebensmitteln zu erhalten.

Das kann ich nur unterschreiben, insbesondere der Satz trifft den Nagel auf den Kopf: „Produkte, die es nicht im Supermarkt gibt, machen mehr Spaß als Massenware.“
Und Spaß machte die Verkostung des Essigs allemal. In einer 250 ml-Flasche, in der sich vormals Wein befunden hat, dessen Etikett mit dem eigenen, mittels Schere ausgeschnittenen und darüber geklebten Etikett versehen wurde, kam die Probe an. Auf der Vorderseite stand zu lesen (Rückseite, siehe oben): Selbstgemacht
Delikatess-Rotweinessig
Naturbelassen, nicht steril
Zutaten: Rotweinessig, Petersilie, Minze, Pfefferminze, Liebstöckel
2008
Nun habe ich den Essig probiert, wie ich auch Olivenöl probiere, nämlich in einem Cognacschwenker.

Essigverkostung

Ich hätte den Essig besser nicht mit meiner Hand anwärmen sollen, schon gar nicht mit der anderen Hand den Schwenker abdecken: Erster Sog durch die Nase – boah. Okay, Nasenschleimhäute sind noch da. Die volle Wucht der Essigsäure hatte zugeschlagen. Erst beim zweiten, vorsichtigeren Schnuppern am Glas wurden die Aromen offenbar. Der erste Eindruck: Minze (der wahrscheinlich täuschte, denn später habe ich den Geruch nicht mehr wahrgenommen). Dann Frucht wie Cassis, Kirsche und ganz viel Hagebutte und ganz hinten, nein, noch weiter hinten eine leichte Dillnote. Das Schöne: genau so wie er riecht, schmeckt er auch. Im Mund bleibt nach dem Verkosten ein angenehmes frisches Gefühl.
Nun steht keine Angabe über den Säuregehalt auf der Flasche, doch ich vermute, dass 6% eher vorsichtig geschätzt sind. Für eine Vinaigrette nähme ich dann doch eher ein Teil Essig und vier Teile Olivenöl, oder ich verdünnte den Essig mit Kalbs-, Gemüse-, oder Hühnerfond (Rezept folgt …). Ansonsten eignet sich der Essig sicher sehr gut zum Einlegen von z. B. Sauerbraten.
Mein Fazit zu dem Essig: Ein charaktervolles Produkt mit ganz eigenen Aromen, das aus der Massenware Essig positiv heraussticht (besonders in der Nase ;-).
Ich möchte auf jeden Fall mehr davon und überlege mal, was ich zum Tausch Selbstgemachtes anbieten kann …
Ich bin übrigens nicht der Einzige, der testen durfte – aber der Schnellste. Mehr zum Essig gibt es hier.

Hunger und Durst bei der DHL

„Hallo Herr Seeger, ich hatte bei Ihnen etwas bestellt. Der Karton kam gerade an, allerdings fehlt der Wein, das Salz und eine Flasche Öl.“ Drei Tage später: „Hallo Herr Seeger, ich hatte bei Ihnen doch sieben Flaschen bestellt, es sind aber nur fünf im Karton.“
Liebe DHL-Mitarbeiter, unter Ihren Mitarbeitern scheint eine/r zu sein, der/die wenn er/sie Olivenölkontor liest, vor Hunger und Durst schier zusammenzubrechen droht. Schon zwei mal innerhalb der letzten Tage wurden meine Kartons von ihr/ihm am Boden aufgeschnitten, Ware entnommen und dann mit billigem Paketband wieder verschlossen und an meine mit Recht ungehaltenen Kunden ausgeliefert.

Geöffneter Karton

Sehr schön zu sehen: Unser rotes Paketband wurde durchschnitten, nach Entnahme (oder soll ich sagen Diebstahl) der Ware mit billigem Paketband unschön wieder verschlossen.

Um solche Dinge zu reklamieren, hat die DHL einige Hürden eingebaut (von Telefongebühren in Höhe von 14 Cent pro Minute, geführt über Internettelefonie, sodass die Hälfte unverständlich bleibt, ganz zu schweigen). So müssten meine Kunden das Paket samt Inhalt zu der nächsten Poststelle schleppen und zuvor eine ellenlange Schadensmeldung ausfüllen. Das Paket würde dann – mit der Ware, die noch vorhanden ist – zur Begutachtung einer anderen Stelle geschickt. Voraussichtlich mit dem Ergebnis, dass man nichts tun oder ersetzen könne. Meine Kunden hätten während der Zeit keine Ware in Händen, diese aber bereits bezahlt.
Das ist natürlich völlig indiskutabel! Ich habe meinen Kunden die fehlende Ware nachgeschickt, um Fotos von den Kartons gebeten, und werde dann zur Polizei gehen und Anzeige wegen Diebstahls erstatten. Um die Frist zu wahren habe ich per Fax von den Vorfällen berichtet. Das war heute Morgen. Keine Reaktion bis jetzt.
Ich bin gespannt, ob die heutigen Lieferungen vollständig ankommen. Von der Präparation der Pakete mit Mausefallen oder ähnlich schmerzhaften Dingen habe ich abgesehen – es könnte ja den Kunden treffen.
Das nächste Mal gibt es an dieser Stelle auch wieder etwas übers Essen zu lesen. Aber das musste mal geschrieben werden.

Vom einfachen Essen

Es sollte warm sein um diese Jahreszeit. Ist es aber leider nicht. Um trotzdem den Flair des Südens (um mal das Wort „mediterran“ zu vermeiden) zu genießen, gab es gestern als Vorspeise „was Frisches“, wie meine Frau sagen würde. Eine Tomate mit Mozzarella, Balsamicocreme und Erbesso-Olivenöl. Das war gut, wie immer. Dazu gab es aber etwas, das war mehr als gut: Büffel-Ricotta.
Was macht man mit Büffel-Ricotta? Nun, man kann ihn – wie Quark oder Frischkäse – zur Dessertzubereitung verwenden, diverse Nudelfüllungen machen, lauter kompliziertes oder auch weniger kompliziertes Zeug. Ich habe ihn so zubereitet (obwohl „zubereitet“ maßlos übertrieben ist): mit der Gabel auf dem Teller zerdrückt, etwas Fleur de Sel, schwarzen Pfeffer aus der Mühle und Olivenöl darüber, fertig. Mit etwas Ciabatta oder Panini einfach ein Gedicht.

Ricotta

Einfacher geht es kaum. Ganz im Gegenteil zur Molekularküche des Ferran Adria und seiner Adepten. Ein – wie ich finde – sehr aufschlussreicher Artikel zur Molekularküche und seiner seltsamen „Blütentriebkraft“ stand kürzlich auf der Webseite des „Stern“. Titel: „Dünnpfiff für fünf Personen“. Sehr lesenswert!

Magerer „Preiß´n-Presssack“ mit Tomatenvinaigrette

Hört sich scheußlich an, oder? Wird es aber gar nicht. Nur die Zubereitung des Presssacks ist etwas gewöhnungsbedürftig, es werden Schweinefüße verwendet. Ich benötige nämlich zu meiner Version der bayerischen Schwartensülzwurst keine Schwarten, sondern nur mageres Schweinerückenfleisch (man kann natürlich auch die Schwarten der Schweinefüße verwenden, wenn man mag; ohne wird’s magerer). Da dieses aber so gut wie keinen Geschmack an die Brühe abgibt, wird ein Fond gebraucht, der den nötigen Geschmack und auch ein wenig Bindung mit sich bringt. Da ich manchmal unter Bindungsangst leide, kommt auch noch etwas Gelatine hinzu.
Wichtiger als der Presssack ist mir aber die Vinaigrette, zu der ich kräftiges toskanisches Olivenöl verwende. Diese Vinaigrette ist zu vielen anderen Gerichten ebenfalls einsetzbar, darüber später mehr.
Insgesamt ist dies eine rustikale, sommerliche Vorspeise (oder Hauptgang), mit insgesamt wenig tierischem Fett (was man durch ein gebuttertes Schwarzbrot als Beilage wieder ausgleichen kann).

Zutaten für den Presssack (4 Personen):

  • 4 Schweinefüße
  • 1 Ltr. Wasser
  • 100 ml Weißweinessig oder Kräuterweißweinessig
  • 4 Lorbeerblätter
  • ½ Tl. Dillsamen
  • 1 Tl. Majoran getr.
  • 350 g magerer Schweinerücken
  • 1 Zweig Liebstöckel
  • 1 kl. Bund Oregano
  • 1 mittelgroße Zwiebel oder zwei Schalotten
  • 1 Msp. Kümmel, gemahlen
  • 3 Blatt Gelatine

Tomatenvinaigrette:

  • 150 ml Tomatensaft
  • 40 ml Chianti-Essig
  • 1 mittelgroße Zwiebel oder zwei Schalotten (in feine Würfel geschnitten)
  • 60-100 ml (nach Vorliebe und Geschmack) Olivenöl Balduccio
  • 1 Prise Meersalz
  • 1 Msp. Cayennepfeffer
  • 1 Msp. Zimt gemahlen
  • Tomaten Concassée von zwei mittelgroßen oder drei kleinen, reifen Tomaten
  • 10 Basilikumblätter, fein geschnitten
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Schweinefüße kuscheln im Topf

Da liegen sie, die Schweinepfötchen, und möchten gerne ihre Gelierkraft und den Fleischgeschmack an meinen Fond abgeben. Und wehe, wenn nicht!

Als erstes halbiere ich die Schweinefüße der Länge nach, lege sie in einen großen Topf, in dem sich die acht Hälften nebeneinander kuscheln können. Darauf gebe ich das – kalte – Wasser (Schluss mit kuscheln), den Essig, Lorbeerblätter Majoran und den Dillsamen. Dies lasse ich nun langsam aufkochen und schöpfe das geronnene Eiweiß mit der Schaumkelle ab. Auf ganz kleiner Hitze nun vor sich hin simmern lassen, so zwei Stunden etwa. Die Füße sind soweit, wenn sich Schwarten und Fleisch, Bindegewebe etc. sichtbar vom Knochen trennen möchten. Die Füße nun herausnehmen, abtropfen lassen und dem Weg allen Fleisches zuführen. Alternativ die Schwarte ablösen und zu späterer Verwendung beiseite stellen.
Den Fond passiere ich jetzt durch ein Küchentuch, so bleibt neben den trüben Bestandteilen und Gewürzen auch das meiste Fett im Tuch.
Den passierten Fond bis etwa zur Hälfte einkochen. Derweil den Schweinerücken parieren (von Fett und Silberhaut befreien), in zentimeterdicke Scheiben schneiden, anschließend in Würfel. Die Zwiebel ebenfalls in feine Würfel schneiden, beides in den Fond geben und köcheln lassen, bis die Zwiebeln kaum noch zu sehen sind und das Fleisch weich ist. Geronnenes Eiweiß wieder abschöpfen, etwaigen Flüssigkeitsverlust (des Fonds; den eigenen sollte man mit einem frischen Weißwein auffüllen) mit Wasser ausgleichen. Ist das Fleisch weich, den Oregano und den Liebstöckel dazu geben und kurz mit ziehen lassen, nach fünf Minuten, während Sie die Gelatine eingeweicht haben, die Kräuter entfernen und abschmecken mit Meersalz und einer Messerspitze gemahlenem Kümmel. Trauen Sie sich, und würzen Sie ordentlich, die Gelatine schluckt eine Menge Salz (es muss etwas „verliebt“ schmecken). Die Masse jetzt in eine kleine Kastenform oder ähnliches füllen und erkalten lassen. Ist sie fest, dann im Kühlschrank durchkühlen. Sollten Sie es eilig haben und meinen, sie könnten die warme Flüssigkeit mal eben schnell im Kühlschrank fest werden lassen: vergessen Sie es. Komischer Weise wird die Masse fester, wenn sie bei Zimmertemperatur fest wird. Dies liegt daran, dass das schnelle Abkühlen den Prozess der „Hydrolyse“ stört. Idealer Weise erledigt man dies also einen Tag vorher, die Tomaten-Vinaigrette ist am nächsten Tag fix zubereitet.

Zutatenliste

Die wichtigsten Zutaten.

Tomaten zum Abziehen vorbereitet

„You can me crosswise!“ Kleiner Tipp zum Tomatenabziehen: Den Blütenansatz entfernen, auf der anderen Seite kreuzweise einschneiden. Die so verbereiteten Tomaten für 10 – 15 Sekunden in kochendes Wasser geben, herausnehmen und mit kaltem Wasser abschrecken. Jetzt lässt sich die Haut sehr einfach abziehen. Um Tomaten-Concassée herzustellen, einfach die geschälten Tomaten über dem Ausguss ausdrücken, dass die Kerne und das sie umgebende Fruchtwasser herausquillt. Sollten Ihnen diverse Bestandteile auf Kleidung oder Gesicht fliegen, dann müssen Sie Ihre Handstellung verbessern. Die ausgedrückten Tomaten dann in Würfel schneiden, fertig. Für unsere Vinaigrette verwenden wir sie roh, man kann sie aber auch im Ofen etwas trocknen, oder in Olivenöl andünsten.

Tomatensaft, Zwiebelwürfel, Cayennepfeffer, Zimt, schwarzen Pfeffer und den Chianti-Essig in eine Schüssel geben, mit dem Schneebesen verrühren und das Olivenöl langsam unterrühren. Leider gibt das keine so stabile Emulsion, da Zutaten mit grenzflächenaktiven Bestandteilen (wie z. B. Senf) fehlen, die die Emulsion länger aufrecht erhalten würden. So trennen sich denn auch die wässrigen Bestandteile sehr schnell wieder vom Öl. Ergo: rühren, rühren, rühren! Jetzt schnell die Tomaten-Concassée und den fein geschnittenen Basilikum (davon bin ich eigentlich kein Freund; also vom Schneiden des Basilikums. Er bekommt dann leicht schwarze Ränder an den Schnittstellen; wer es sich also antun möchte: besser per Hand ganz fein zupfen!), zugeben und mit einem Löffel alles vermischen. Mit Salz abschmecken. Fehlt Ihnen etwas Säure, können Sie mit einem Spritzer Limonensaft die Vinaigrette aufpeppen. Ist sie zu sauer, bringt ein wenig Honig die nötige Milde. Wenn Sie jetzt finden, dass Sie noch keine so Gaumen kitzelnde, fruchtig-würzige Vinaigrette probiert haben, dann haben Sie wohl alles richtig gemacht (nicht ganz unschuldig daran ist der Zimt, der gibt der Tomatenvinaigrette den richtigen Kick).

Den Preiß´n-Presssack aus der Form nehmen, in zentimeterdicke Scheiben schneiden, auf einem Teller anrichten und mit der Vinaigrette begießen.

Magerer Presssack mit Tomatenvinaigrette

So hat das Ganze ausgeschaut. Wie man sehen kann, hat sich das Öl recht rasch wieder aus der Emulsion verabschiedet. Geschmeckt hat es trotzdem. Dazu gab es ein Brötchen zum Aufnehmen der restlichen Vinaigrette. Der Presssack, der mit dem Original wenig mehr als den Namen gemein hat, ist in der Version etwas trocken, doch gerade deswegen passt die Tomaten-Vinaigrette sehr gut dazu.

Die Vinaigrette kann man noch zu vielen anderen Gerichten nutzen, sogar zu einem Wurstsalat. Aber auch zu Carpaccio. Dann aber sollte man statt der Zwiebeln oder Schalotten Knoblauch dazugeben, so ein bis zwölfei Zehen.
Auch vegetarisch geht: Salat von grünen Bohnen mit der Vinaigrette ist der Hit. Nur Obacht: keine Fleischtomaten verwenden (der Brüller, oder?).
Ersetzen Sie den Essig durch Zitronensaft, und geben das über einen griechischen Bauernsalat mit Schafskäse, Oliven und frischem Oregano.
Ich muss jetzt aufhören, ich sabbere …

Fische, Minirock und der Zeigefinger des Küchengottes

Seit langem mal wieder, habe ich eine Folge von Kerner kocht (wieso die Sendung so heißt, ist mir schleierhaft, der macht alles – außer kochen) gesehen. Gestern ging es um Fisch – war ja auch Freitag. Andreas C. Studer, Horst Lichter, Alfons Schuhbeck, Hans Gerlach, Sarah Wiener sowie die Wochengewinnerin aus die „Die Küchenschlacht“, Magdalena Felder waren die ausführenden Protagonisten. Angenehm aufgefallen ist, dass – außer in der Nachspeise von Studer/Felder – in jedem Gericht Olivenöl, wenn auch keine Haupt-, so doch eine Rolle spielte. Anders als im letzten Jahr, standen nicht mehr die Originalflaschen der Hersteller herum (sodass niemand auf die Idee käme mit dem Tropföl „Carte Noire“ sein Gemüse anzubraten), sondern Karaffen mit Ausgießer.
Unangenehm aufgefallen ist mir das Outfit von Frau Wiener (Minirock und Stiefel mit hohen Absätzen – so kocht frau heute?), das wohl von ihrer unprofessionellen Schnibbelei mit dem Küchenmesser ablenken sollte. Wer Schalotten hackt, steckt auch Häuser an und isst kleine Kinder und nicht schneidet, muss sich nicht wundern, dass sie metallisch schmecken. Wenn Zwiebeln – auch die Schalotte gehört dazu – gequetscht werden, und beim Hacken werden sie das zwangsläufig, werden sie bitter und bekommen den von Frau Wiener angesprochenen metallischen Geschmack. Die in der Zwiebel/Schalotte enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren zerfallen bei Verletzung des Gewebes in Ammoniak, Brenztraubensäure und Allysulfensäure (für das Augenbrennen verantwortlich). Die Allylsulfensäure ist für die Entstehung von Allicin verantwortlich, welches wiederum in Allyldisulfide zerfällt. Letztere sorgen für den unangenehmen Geruch. Dieser ganze Prozess ist nichts anderes als eine Oxidation, die Geruch und Geschmack der Zwiebel/Schalotte verändert, und die man tunlichst vermeiden sollte. Deshalb schneidet man Schalotten wie Zwiebeln auch mit einem scharfen Messer, und hackt nicht auf ihnen herum, wie ich auf Frau Wiener.

Zwiebelwürfel - geschnitten, nicht gehackt

Zwiebelwürfel – geschnitten, nicht gehackt.

Ebenfalls unangenehm aufgefallen, ist der ständig erhobene Zeigefinger von Alfons Schubeck. Obwohl lehrreiche Weisheiten abgesondert wurden, wollte die kaum einer wirklich wissen. Doch eines muss man ihm lassen: Er war der Chef im Ring! Frau Wiener wollte das zwar nicht ganz einsehen, im Gegensatz zu Schubeck fand sie die Topfenknödel nicht zu fest, als Österreicherin müsse sie das schließlich beurteilen können, doch Schubeck führte seine Millionen Topfenknödel, welche er schon im Leben zubereitet hätte ins Feld, womit klar war, dass Frau Wiener nur Quark erzählt – zumindest für Schubeck.
Alles in allem jedoch – auch Dank Horst Lichter – eine lustige Sendung mit reichlich Olivenöl. Jetzt fällt mir ein: Zu allem hatte der Schubeck was zu sagen, nur zum Olivenöl nicht. Da muss ich mal mit ihm reden …

Da haben wir den Salat!

Tomatensalat

Genau! Und viel einfacher geht es nicht mehr. Hintergrund zu diesem einfachen Tomatensalat war eine Verkostung von sizilianischem Olivenöl, welches im Feinschmecker-Test 2008 zu den Top 35 Ölen zählt, und jetzt neu in unserem Programm ist. Denn ein gutes Olivenöl benötigt nur wenige Zutaten, damit der Geschmack nicht untergeht. Hier also südfranzösische Fleischtomaten (ich vermute trotz ordentlichem Geschmack: Gewächshaus), Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, ein paar feine Zwiebelringe und Erbesso-Olivenöl. Der Basilikum diente mehr der Zierde, denn geschmeckt hat es auch ohne. Der fruchtige Geschmack des Öls harmoniert wunderbar mit der fruchtigen Tomate. Essig braucht es keinen, die Tomate bringt genug Säure mit.

Erbesso Olivenöl aus Sizilien

Frühling

Geht man mit offenen Augen durch die Welt, springen einem die schönsten Fotomotive ins Auge. Diesmal ein paar Impressionen ganz ohne Olivenöl. Das gibt es dann wieder beim nächsten Beitrag.
Die ersten wirklich schönen Tage bringen die Bäume zum Blühen, die Natur explodiert fast vor Energie. Nie mehr im Jahr ist der Rasen grüner, die Blüten bunter.

Gänseblümchen

Die Wiesen stehen voll davon.

Löwenzahn

Und davon auch!

Maulwurfshügel

Maulwürfe sind zur Zeit auch sehr fleißig.

Schnecken haben sich doll lieb

Schnecken sorgen für Nachwuchs, damit die Schneckenpfanne voll wird.

Schneckenparade

Ganz reicht es noch nicht, sind erst vier.

Himbeerblüten vor dem Öffnen

Himbeerblüten kämpfen sich in die Welt.

Zwetschenblüte mit

Zwetschenblüten sind schon da und werden bewacht.

Apfelblüten

Apfelblüten, bevor sie sich ganz geöffnet haben. Dieses Jahr wird wieder ein Apfeljahr.

Birnenblüten

Und ein Birnenjahr!

Walnussblätter öffnen sich

Der Walnussbaum bekommt erst seine Blätter.

Salbei

Der Salbei ist gut durch den Winter gekommen.

Oregano

Der Oregano auch.

Waldmeister

Der Waldmeister durfte schon seinen ersten Einsatz in einer trockenen Bowle feiern. Einfach köstlich!